
In der Sitzung des Hauptausschusses am 27. Januar 2026 bringen wir als Fraktion von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN Kierspe einen Antrag ein, der die Nutzung städtischer Räume und Grundstücke deutlich fairer gestalten soll. Ziel ist es, Vereine im gesamten Volmetal zu stärken, unnötige finanzielle Hürden abzubauen und die interkommunale Zusammenarbeit konkret zu verbessern.
Zusammenarbeit endet nicht an Stadtgrenzen
Die Städte Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle haben sich bewusst dafür entschieden, künftig enger zusammenzuarbeiten. Diese Kooperation muss sich auch in den kommunalen Regelwerken widerspiegeln. Aktuell ist das jedoch nicht der Fall.
Bislang erhalten ausschließlich Vereine aus Kierspe eine 50-prozentige Ermäßigung bei der Nutzung städtischer Räume. Vereine aus den benachbarten Volmestädten zahlen den vollen Betrag – selbst dann, wenn sie regelmäßig mit Kiersper Vereinen kooperieren oder ihre Mitglieder aus dem gesamten Volmetal stammen.
Wir halten diese Ungleichbehandlung für nicht mehr zeitgemäß. Deshalb beantragen wir, die bestehende Ermäßigung auf Vereine aus Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle auszuweiten. Damit würden für alle Volmestädte vergleichbare Bedingungen geschaffen – ein wichtiger Schritt für eine echte regionale Zusammenarbeit.
Vereine brauchen faire Rahmenbedingungen
Vereinsarbeit funktioniert heute längst nicht mehr ausschließlich innerhalb einer Kommune. Viele Mitglieder pendeln zwischen Wohnort, Arbeitsplatz und Vereinsaktivitäten. Veranstaltungen richten sich an Menschen aus der gesamten Region. Eine Gebührenordnung, die an starren Stadtgrenzen festhält, wird dieser Realität nicht gerecht.
Unser Antrag setzt genau hier an: Gleiche Regeln für Vereine im Volmetal, unabhängig davon, in welcher Stadt der Verein formal seinen Sitz hat. Das stärkt den Austausch, erleichtert gemeinsame Projekte und macht Kierspe als Veranstaltungsort attraktiver.
Schluss mit der doppelten Gebühr bei Bewirtung
Ein weiterer zentraler Punkt unseres Antrags ist die Streichung des Passus 3.2.1 aus dem bestehenden Benutzervertrag. Dieser sieht vor, dass bei „bewirtschafteten Veranstaltungen“ automatisch die doppelte Benutzergebühr erhoben wird.
Diese Regelung ist aus unserer Sicht problematisch. Denn Bewirtung bedeutet nicht automatisch Gewinnerzielung. Gerade gemeinnützige Vereine sind oft auf Einnahmen aus Getränke- oder Essensverkauf angewiesen, um hohe Ausgaben für Technik, Gagen, Raummiete oder Organisation überhaupt decken zu können.
Die pauschale Verdopplung der Gebühren stellt eine unnötige Belastung dar und kann dazu führen, dass Veranstaltungen kleiner ausfallen oder ganz abgesagt werden. Das schadet dem kulturellen und gesellschaftlichen Leben in Kierspe.
Beispiel zeigt: Offenheit lohnt sich
Dass eine flexible, offene Nutzung von Veranstaltungsorten sinnvoll ist, zeigt das „Made for Metalheads“-Festival (M4M), das im September 2025 erstmals nicht in Meinerzhagen, sondern erfolgreich in Kierspe stattgefunden hat. Solche Veranstaltungen bereichern das kulturelle Angebot vor Ort und zeigen, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit der Volmestädte ist.
Gerade weil die einzelnen Kommunen überschaubar groß sind, ist es sinnvoll, vorhandene Infrastruktur gemeinsam zu nutzen – anstatt sie durch bürokratische Hürden einzuschränken.
Unsere Ziele auf einen Blick
Mit der beantragten Änderung der Benutzungs- und Entgeltordnung wollen wir:
- den Vereinsaustausch im Volmetal stärken,
- die interkommunale Zusammenarbeit konkret voranbringen,
- gemeinnützige Vereine entlasten,
- kulturelle und ehrenamtliche Veranstaltungen sichern,
- Kierspe als offenen und fairen Veranstaltungsort positionieren.
Wir sind überzeugt: Wer Ehrenamt und Kultur stärken will, muss auch die passenden Rahmenbedingungen schaffen. Unser Antrag ist ein pragmatischer und fairer Schritt in diese Richtung.
Quellen & Links
Quelle: B90 / DIE GRÜNEN Kierspe











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